Was wann geschnitten werden darf
| Maßnahme | 1. März bis 30. September | 1. Oktober bis 28. Februar |
|---|---|---|
| Formschnitt, Zuwachs des Jahres | erlaubt | erlaubt |
| Rückschnitt ins mehrjährige Holz | nicht erlaubt | erlaubt |
| Auf-den-Stock-Setzen | nicht erlaubt | erlaubt |
| Hecke vollständig entfernen | nicht erlaubt | erlaubt |
Unabhängig davon gilt der Artenschutz. Ein besetztes Nest sperrt den Bereich, auch beim zulässigen Formschnitt. Deshalb sehen wir vor der Arbeit in die Hecke hinein — Ligusterhecken und dichte Thujawände sind bevorzugte Nistplätze, und von außen sieht man das Nest nicht.
Die Grenzabstände in Sachsen
Das Sächsische Nachbarrechtsgesetz regelt, wie nah an der Grenze gepflanzt werden darf. Die Abstände hängen an der Lage und an der Höhe:
- Innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils: mindestens0,50 m, bei einer Höhe über zwei Metern mindestens2,00 m.
- Außerhalb bebauter Ortsteile: 1,00 m für alle Anpflanzungen.
- Zu landwirtschaftlich genutzten Grundstücken:0,75 m, bei einer Höhe über zwei Metern3,00 m — sofern der Schattenwurf die wirtschaftliche Bestimmung des Grundstücks erheblich beeinträchtigt.
Praktisch heißt das: Wer eine Hecke höher als zwei Meter wachsen lässt, braucht innerorts zwei Meter Abstand zur Grenze. Wer weniger Abstand hat, muss unter zwei Metern bleiben.
Wenn die Hecke schon lange zu hoch ist
Hier kommt die Verjährung ins Spiel, und sie wird regelmäßig übersehen. Der Anspruch auf Einhaltung von Grenzabstand und zulässiger Höhe verjährt in Sachsen indrei Jahren ab dem Zeitpunkt, zu dem die Pflanze die zulässige Höhe überschritten hat. Danach kann der Nachbar den Rückschnitt nicht mehr verlangen.
Überhang: wer darf was
Ragen Äste über die Grenze, kann der Nachbar verlangen, dass sie bis zur Grundstücksgrenze zurückgeschnitten werden. Voraussetzung ist eine Aufforderung mit angemessener Fristsetzung. Verstreicht die Frist ergebnislos, darf er den Rückschnitt auf Kosten des Baumeigentümers selbst vornehmen lassen.
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Er darf nur bis zur Grenze schneiden, nicht darüber hinaus. Und er muss die für den Schnitt geltenden Fristen einhalten — das Sommerverbot gilt auch für ihn.
Was wir konkret machen
- Formschnitt mit trapezförmigem Aufbau: unten breiter als oben, damit die untere Hälfte Licht bekommt und nicht verkahlt.
- Höhen- und Breitenrückschnitt im Winterhalbjahr, bei Thuja und Kirschlorbeer begrenzt — beide treiben aus altem Holz kaum wieder aus.
- Verjüngung von Liguster, Hainbuche und Eibe, die den Rückschnitt ins alte Holz vertragen.
- Vollständige Entfernung samt Wurzelwerk, wenn die Hecke weichen soll — dabei greift die Stubbenfräse für die stärkeren Stöcke.
- Abfuhr des Schnittguts oder Häckseln vor Ort,wie bei jedem anderen Auftrag.
Der Sonderfall: die Hecke, die längst ein Baum ist
Nicht selten steht in einer alten Ligusterhecke ein Ahorn oder eine Esche, die als Sämling durchgekommen ist und heute zehn Meter misst. Für sie gilt dann nicht mehr das Heckenrecht, sondern der Gehölzschutz: In Zwickau ist ein Laubbaum ab 100 Zentimetern Stammumfang geschützt und seine Entfernung anzuzeigen.Wie das Anzeigeverfahren abläuft, steht auf einer eigenen Seite — die Schwellen der Nachbargemeinden gleich mit.