Drei Fraktionen, drei Wege
Ein gefällter Baum zerfällt in drei Materialgruppen, die sich völlig unterschiedlich verhalten:
- Stammholz. Schwer, kompakt, für den Ofen wertvoll. Bleibt am wirtschaftlichsten vor Ort — in Metern abgelängt, gestapelt.
- Starkastholz. Ebenfalls brennbar, aber aufwendiger in der Aufbereitung wegen der Astgabeln.
- Kronenmaterial und Reisig. Viel Volumen, wenig Gewicht. Das ist die Fraktion, die Transportkosten erzeugt — und deshalb die, für die sich der Häcksler lohnt.
Aus dieser Aufteilung folgt die günstigste Kombination fast von selbst: Stamm- und Starkholz bleiben, Kronenmaterial wird gehäckselt. Was gehäckselt ist, passt in einen Bruchteil des Volumens — oder bleibt gleich als Mulch auf dem Grundstück.
Häckseln vor Ort
Der Häcksler steht so nah wie möglich am Baum, damit das Material nicht getragen werden muss. Das ist der Grund, warum wir bei der Besichtigung nach dem Weg vom Baum zur Straße fragen: Er wird bei jedem einzelnen Ast zurückgelegt.
Der Auswurf geht entweder direkt in den Anhänger oder auf einen Haufen auf dem Grundstück. Wo Hackschnitzel bleiben sollen, sprechen wir die Stelle vorher ab — ein Kubikmeter Schnitzel ist mehr, als die meisten erwarten.
Hackschnitzel im Garten: sinnvoll und weniger sinnvoll
Als Mulchschicht sind Hackschnitzel brauchbar: Sie halten Feuchtigkeit, unterdrücken Beikraut und schützen den Boden. Drei Einschränkungen gehören dazu:
- Nicht frisch und dick um Stauden. Verrottendes Holz bindet Stickstoff aus der oberen Bodenschicht. Unter Gehölzen ist das unproblematisch, im Staudenbeet nicht.
- Nicht am Stammfuß anhäufeln. Eine dauerfeuchte Schicht direkt an der Rinde begünstigt Fäule — dasselbe Problem wie beim zu hoch angeschütteten Beet.
- Nicht von befallenem Holz auf empfindliche Flächen. Wo ein Baum wegen Pilzbefall gefällt wurde, fahren wir das Material lieber ab.
Brennholz: was sich rechnet
Wer selbst heizt, sollte das Holz behalten — es ist der einzige Posten der ganzen Maßnahme, der einen Gegenwert hat. Realistisch ist dabei Folgendes:
- Ablängen in Metern kostet wenig und passiert ohnehin beim Abtragen.
- Auf Ofenlänge schneiden und stapeln ist zusätzliche Arbeitszeit — je nach Menge ein erheblicher Posten.
- Spalten machen wir nicht; dafür braucht es einen Spalter und einen Tag.
- Trocknungszeit beträgt je nach Art ein bis zwei Jahre. Frisch geschlagenes Holz gehört nicht in den Ofen.
Was auf dem Grundstück bleiben darf
Nicht alles muss weg. Ein Reisighaufen in einer ruhigen Ecke ist Unterschlupf für Igel und Vögel, ein liegender Stammabschnitt ist Lebensraum für Käferlarven. Wo Platz ist, ist das die ökologisch beste und zugleich günstigste Lösung.
Zwei Einschränkungen: In der Nähe von Gebäuden fördert liegendes Totholz Nagerbesuch, und wo bereits Hallimasch im Spiel ist, sollte kein zusätzliches Totholz in der Nähe empfindlicher Gehölze abgelagert werden.
Verbrennen: praktisch immer die falsche Idee
Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle auf dem eigenen Grundstück ist kommunal geregelt und in den meisten Gemeinden untersagt oder auf eng begrenzte, anmeldepflichtige Zeitfenster beschränkt. Wer einen Haufen anzündet, ohne das geklärt zu haben, riskiert ein Bußgeld — und eine Rauchentwicklung, die in Wohngebieten zuverlässig zu Anrufen führt.
Häckseln ist in der Summe fast immer die einfachere Lösung, undim Angebot ein überschaubarer Posten.