Die drei Fälle, in denen wir zum Kran raten
Der Stamm trägt nicht mehr
Stammfäule, Pilzfruchtkörper am Stammfuß, ein Riss im Zwiesel oder eine ausgeprägte Höhlung schließen die Kletterarbeit aus. Der Kran arbeitet von außen: Der Baum muss nichts tragen außer sich selbst — und auch das nur, bis das Stück am Haken hängt.
Schwere Stücke über empfindlichen Flächen
Beim Ablassen pendelt jedes Stück am Seil. Über einem Glasdach, einer Photovoltaikanlage oder einer Freileitung ist genau dieses Pendeln das Risiko. Der Kran hebt senkrecht aus und schwenkt in einer kontrollierten Bahn ab — die Bewegung ist geführt statt gebremst.
Mehrere große Bäume an einem Standort
Hier kippt die Rechnung am deutlichsten. Anfahrt und Aufbau des Krans fallen einmal an, danach geht jeder weitere Baum schnell. Bei einer Baumreihe entlang einer Grundstücksgrenze oder auf einem Betriebsgelände ist der Kran regelmäßig die günstigere Variante — obwohl der Tagessatz höher klingt.
Was der Kran an Platz und Untergrund braucht
Die Aufstellfläche ist der häufigste Grund, warum ein Kraneinsatz scheitert. Vier Punkte prüfen wir vor Ort:
- Zufahrt. Breite, Kurvenradien, Durchfahrtshöhe unter Toren und Ästen, Tragfähigkeit der Wegedecke.
- Abstützfläche. Sie ist breiter als das Fahrzeug. Der Untergrund muss die Stützkräfte aufnehmen — nicht der Boden zählt, sondern was darunter liegt.
- Was unter der Fläche liegt. Frisch verfüllte Leitungsgräben, Sickerschächte, Zisternen, Tiefgaragen- und Kellerdecken sind Ausschlusskriterien, bis Statik oder Ausführungspläne etwas anderes belegen.
- Schwenkraum. Der Ausleger braucht freien Weg über der Fläche, auf der abgelegt wird — und muss dabei Abstand zu Freileitungen halten.
Aus Last und Ausladung ergibt sich, welches Stückgewicht an welcher Stelle noch gehoben werden darf. Diese Kombination bestimmt den Ablauf: Der Kran arbeitet die Krone von außen nach innen ab, weil die Ausladung nach innen hin abnimmt und die zulässige Last steigt.
Ablauf eines Kraneinsatzes
- Aufstellen, abstützen, Ablagefläche für die Stücke einrichten
- Absperren: Arbeits-, Schwenk- und Ablagebereich
- Anschlagen: Der Kletterer oder der Korbarbeiter befestigt das Stück, bevor der Schnitt kommt
- Schnitt und Ausheben — das Stück hängt bereits, bevor es getrennt wird
- Ablegen, ablängen, verladen; Stamm zuletzt in Abschnitten
Der entscheidende Unterschied zur Kletterfällung liegt im dritten Schritt: Beim Kran ist das Stück gesichert, bevor es sich lösen kann. Beim Ablassen wird es gesichert, während es sich löst.
Kran, Bühne oder Seil — die Entscheidungshilfe
| Frage | Antwort führt zu |
|---|---|
| Trägt der Stamm einen Kletterer? | Nein → Bühne oder Kran |
| Kommt ein schweres Fahrzeug bis auf Ausladung heran? | Nein → Seil |
| Müssen Stücke senkrecht ausgehoben werden? | Ja → Kran |
| Nur Totholz oder Einkürzung, Baum bleibt stehen? | Meist Bühne oder Seil |
| Mehrere große Bäume an einem Standort? | Ja → Kran rechnet sich |
Wo das Seil die richtige Wahl ist, beschreibt die Seite zurProblembaumfällung den Ablauf im Detail.
Sperrung, Nachbarn und Vorlauf
Steht der Kran auf öffentlichem Grund, braucht es eine verkehrsrechtliche Anordnung — mit Vorlauf. Das ist der praktische Grund, warum in den engen Straßen der gründerzeitlichen Quartiere häufig doch geklettert wird: Der Papierweg für zwei Stunden Kraneinsatz kostet mehr Zeit als die Kletterfällung selbst.
Wenn der Ausleger über ein Nachbargrundstück schwenkt, sprechen wir das vorher ab. Das ist keine Formalität — es entscheidet darüber, ob der Einsatz am Tag selbst durchläuft oder unterbrochen wird.
Was das für den Preis bedeutet
Kran und Bedienung kosten pro Stunde mehr als zwei Personen mit Seil. Entscheidend ist aber die Gesamtzeit, und die fällt beim Kran deutlich kürzer aus. Wir rechnen bei der Besichtigung beide Varianten und legen die günstigere ins Angebot — mit der Begründung, warum sie es ist.
Welche sechs Faktoren den Preis sonst noch bewegen, steht auf der Kostenseite.